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NAR20

Im April 2003 erschien der erste Tonträger – Fresnel »Scenario« – auf Noise Appeal Records und markiert somit auch die Geburtsstunde des Labels.

20 Jahre und 159 Veröffentlichung später feiern wir im April 2023 unser 20 Jähriges bestehen. An drei Tagen werden 12 Bands aus dem NAR-Roster die Bühne des Wiener Chelseas entweihen und damit einen Höhepunkt unseres Jubiläumsjahrs markieren.

Hella Comet, Scarabeusdream, Heckspoiler, Baits, Fuckhead, Phal:Angst, Dun Field Three, Lausch, MAIIJA, The New Mourning, Die Buben Im Pelz, Convertible

Dienstag 25.04. 2023 bis Donnerstag 27.04. 2023
Chelsea Wien
Lerchenfelder Gürtel
U-Bahnbögen 29-30
1080 Wien
http://www.chelsea.co.at

Tickets
https://ntry.at/nar20

Posterdesign
Michael Hacker

Di. 25.04. 2023

In alphabetischer Reihenfolge

DIE BUBEN IM PELZ

Die Buben im Pelz haben einen Huscher. In einer Zeit, in der Bands aus ökonomischen Gründen oft zu Duos zusammenschrumpfen, mutieren sie zur Sechserformation. In einer Pop-Gegenwart, die den Rock‘n‘Roll für tot erklärt, setzen sie auf schroffe Gitarren. Eine Infusion dunkler Wiener Schmäh in Liedern über die Liebe und das Leben in Wien in Zeiten der Apokalypse.

CONVERTIBLE

Hans Platzgumer hat sich in den letzten Jahren in vielen Territorien als Künstler versucht: Er arbeitete als Buchautor experimentierte mit elektronischer Musik, hat zuletzt aber wieder seine Liebe für organische Gitarrensounds entdeckt und mit seinem Kompagnon Chris Laine das Projekt Convertible ins Leben gerufen. Convertible wechselt nahtlos zwischen rücksichtsloser Hingabe und flirrender Intimität und bietet einen emotionalen Haltegriff für alle, die sich aus der Zeit gefallen fühlen.

THE NEW MOURNING

Der Sound von New Mourning ist so einfach wie die Songs. Ein stoischer Schlagzeugbeat über einem nüchternen Song, der in der Regel um zwei Akkorde herum aufgebaut ist und auf spezielle Effekte oder Manipulationen verzichtet. Aber das entscheidende Merkmal des Sounds der Band ist die Art und Weise, wie Pronai die meisten Hooks und Melodielinien auf der Bassgitarre platziert und das Instrument wie eine Leadgitarre einsetzt. Ein düsteres Klangerlebnis im besten Sinne

MAIIJA

Ohne sich davor zu scheuen, den Finger in die Wunde zu legen, erzählt Marilies Jagsch von den kleinen und großen Missständen in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, der schmerzhaft schön zeigt, wie nahe Glück und Traurigkeit oft beieinander liegen. Sie versucht nicht, einem Trend oder Genre gerecht zu werden, und fängt gerade deshalb stets den Zeitgeist ein. Ihre Musik ist nachdenklich, empört sich und wirkt dabei auf eine radikale Weise unmittelbar und treffend, ehrlich und bewegend. MAIIJA sind Marilies Jagsch, Peter Paul Aufreiter, Lukas Lauermann und Gernot Scheithauer. Ihr neues Album erscheint am 15. September 2023 auf Noise Appeal Records.

Mi. 26.04. 2023

In alphabetischer Reihenfolge

DUN FIELD THREE

Die Band als Hybrid aus Ernst und Schelmenhaftigkeit zu beschreiben greift noch zu kurz. Man weiß nie, was als nächstes kommt. Gerade Live treibt es die Zuhörer*innen intensiv in post-punk rockige Gewässer, peitscht sie dann durch, um sie danach klar und sanft, fast melancholisch, dahingleiten zu lassen. Was bleibt, ist ein weirdes Gefühl, dass sich unter einem schon der nächste Abgrund auftut. Schräg ist die neue Gerade.

FUCKHEAD

Freut euch! Die Situation ist katastrophal, aber nicht ernst! Das düstere Quartett FUCKHEAD wird seine beste Netzunterwäsche anziehen und euch eine audiovisuelle Gnackwatschn verpassen. Freut euch auf einen Mix aus schweren Bässen und lärmendem Rock, während unbeholfenes Tanzen und Vandalismus das Chelsea beherrschen. Die Jungs stören die Ordnung deiner Sachen, gehen deine schmutzige Wäsche durch, rühren in deinem Unterbewusstsein und sprechen dir direkt aus der Seele, um dafür zu sorgen, dass »du dich mal ein bisschen besser fühlst!«.

LAUSCH

Lausch vereinen Elemente aus klassischem 90er-Jahre-Rock, Post-Rock und Progressive zu einem unkonventionellen und eingängigen Alternative-Sound. Kantige Riffs und schwere Hooks wechseln sich mit melodischer Zerbrechlichkeit ab, auf Intensität folgen Reduktion, Komplexität und Experimentierfreudigkeit harmonieren mit Geradlinigkeit. Die umwerfende Stimme von Frontmann Alexander Lausch fügt sich wie ein fehlendes Puzzlestück in die mitreißenden Strophen und gefühlvollen Refrains der Band ein. Ein Live-Erlebnis für alle, die Musik abseits von einfacher Unterhaltung oder Kopien suchen.

PHAL:ANGST

Seit 16 Jahren verfolgen Phal:Angst ihre Vision von elektronischem Industrial und analogem Post Rock, und das konsequent und mit Freude an der eigenen Entwicklung. Die verzerrten Gewaltausbrüche wurden in den letzten Jahren zugunsten noch mehr halldurchtränkter Southern Gothic, wohlklingendem Metallophon, zarten Dub-Ansätzen und repetitiven Sprachsamples zu stampfenden Beats in Slow-Motion, zurückgefahren. Krach & Harmonie aus dem Reich der Lebenden.

Do. 27.04. 2023

In alphabetischer Reihenfolge

BAITS

BAITS sind zwischen allen Stühlen des eingängigen Rocks gefangen: mal dominiert eine sonnige Version des Grunge, mal unheimliche Psych-Töne, oder häufiger geradliniger Punk – im Zentrum stehen immer ein (Pop-)Song und eine Geschichte. Schwere, energiegeladene Drums, eine dynamische, raue Stimme, schrullig-solide Bassriffs und rasante Gitarrensoli machen diese Beach-Grunge-Indie-Gang live zu einem Muss. Ein Leuchtturm in einer popkulturellen Realität voller Egowaldbrände.

HECKSPOILER

WUMMS!!! Heckspoiler lassen live eine Gnackwatschn nach der anderen klatschen. Ein wahres Zeltfest für Freund*innen der gnadenlosen Verzerrung. Oft beschrieben als wilde Mischung aus Queens of the Stone Age und Bilderbuch(sic!) lässt sich bereits die Bandbreite der Band erkennen. Hier wird keineswegs kopiert, nein – hier werden Genregrenzen mühelos gesprengt. Durch die Limitierung auf lediglich zwei Instrumente (Bass und Schlagzeug) und zwei Sänger, wird hier mit scheinbar einfachsten Mitteln das Maximum an Power generiert. Musik für die Straße: Hochenergetisch, wild und ungeschliffen, textlich sarkastisch, interessant und mit einem Augenzwinkern.

HELLA COMET

Die Gitarrensaiten werden geschrammt und zum dionysischen Klingen gebracht, zum Rausch, zum Gesang. Die Melodie wird gefeiert, doch dahinter verbirgt sich ein schweres Grollen, das den Grundton angibt. HELLA COMET kümmern sich nicht um Erwartungshaltungen und spielen losgelöst mit Klangreizen und deren Abstraktion, mitten im Spannungsfeld von Postpunk/ Noise-Rock und der erarbeiteten Sound-Erfahrung der letzten Jahre. Die daraus entstehenden, fast hymnischen Songgesten wirken wie ein akustisches Anführungszeichen in einer Welt des Gleichklangs. Ein Signal dafür, dass man darum weiß, dass es heute nicht mehr darum geht, bloß »Rock zu spielen«.

SCARABEUSDREAM

SCARABEUSDREAM ist ein Orchester bestehende aus zwei Personen: Ihre Musik ist ein Duell von Klavier und Schlagzeug, das alles im Moment des Entstehens wachsen lässt und zu einer bedingungslos präsenten Klangkollision führt. Ohne sich an einen starren Rahmen zu halten, sprengen sie Genregrenzen und fordern die Hörgewohnheiten ihres Publikums heraus. Kann man einen Hardcore-Song auf einem Klavier spielen und ihn in eine Pop-Oper mit 90er-Jahre-Disco-Elementen verwandeln? Ja, und noch dazu auf stimmige Art und Weise in wunderbar aufgehende Songs verpackt und von einer Herzlichkeit bestimmt, die sprachlos macht. »Anspruchsvolle Musik« ist ein abgedroschener Begriff, passt jedoch abseits aller Kategorien so gut zu SCARABEUSDREAM wie zu wenigen anderen zeitgenössischen Künstlern.